Motivation

Wir bewegen uns in Zeiten steigender Migration, Radikalisierung und Abschottung. Viele Teile der Welt sind durch Kriege, wirtschaftliche Ausbeutung und extreme politische Systeme kaum noch bewohnbar, wodurch viele Menschen diese Länder verlassen, auf der Suche nach einer besseren, sichereren Zukunft. Ihr Ziel: Europa. Ein Hindernis: das Mittelmeer.

Ich, Till Rummenhohl, bin im Sommer 2016 an mit der zivilgesellschaftlichen Organisation SOS Méditérranee auf Rettungsmission gefahren um vor der libyschen Küste Menschen, die sich auf dem Weg ins geglaubte Paradies in Seenot befinden, zu retten. Hier hatte ich das Privileg pure Menschlichkeit zu erleben; zwar viel Leid, aber ebenso viel Glück und Hoffnung zu sehen. Diese Erlebnisse an Bord der Aquarius haben mich geprägt, meine Erfahrungen werden mich mein Leben lang begleiten. Doch nicht jeder hat die Chance, den Mut oder das Interesse eine solche Mission an zu treten, sich auf diese Art und Weise zu vergewissern, warum sich diese Menschen – denen wir nun immer öfter auf der Straße begegnen – auf diese gefährliche Reise begeben. Aber ist es nicht genau diese Information, dieses Verständnis über das „Wie“ und das „Warum“ so wichtig um Menschen zu verstehen, sie zu akzeptieren und zu integrieren?
Als ich von meiner Mission auf dem Mittelmeer zurück kam und bei dem Versuch mein altes Leben weiter zu leben immer öfter von Hass und Unverständnis hörte, wurde mir klar, dass ich meine Erfahrungen nicht für mich behalten darf. Wenn ich mir von meinen Mitmenschen wünsche, dass sie mit der selben Menschlichkeit, mit dem selben Verständnis an das große Thema „Migration“ heran gehen, muss ich Aufklärungsarbeit leisten; dann muss ich mehr Menschen mit meinen Berichten über das Erlebte erreichen.

So entstand zuerst der Gedanke und dann das Konzept für meinen Vortrag „Sterben für das Paradies“- Erlebnisse einer Rettungsmission im Mittelmeer, in dem ich die Zuhörer einladen möchte mit mir die gesamte Reise der Fliehenden zu bestreiten.

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